Im Jahre 1971 wurde der Verband Gemeinnütziger Vogel- und Tierparks (VVT) in Neuthard gegründet. Die Mitgliederzahl zum 1.5.2003 umfasst 46 Vogel- und Tierparkvereine mit ca. 15.000 einzelne Mitglieder.
Der Zweck des Verbandes:
Der VVT vertritt die angeschlossenen Vereine in allen überörtlichen Fragen gegenüber behördlichen Stellen. In örtliche Probleme schaltet sich der Verband nur auf ausdrücklichen Wunsch des betreffenden Vereins oder der betreffenden Gemeinde ein. Er ermöglicht den Mitgliedsvereinen und Gemeinden günstige Beschaffung von Tieren durch Informationsaustausch.
Er verfolgt
ausschließlich gemeinnützige Zwecke im Sinne der Gemeinnützigkeitsverordnung,
insbesondere
die Hebung und Förderung der Tierpflege und des Vogelschutzes.
Der
Verband Gemeinnütziger Vogel- und Tierparks bestellt einen Verbandstierarzt:
Tierärztliche Gebühren trägt, wer den Tierarzt anfordert. Etwaige Gewinne
dürfen nur für satzungsgemäße Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten
keine Gewinnanteile und in ihrer Eigenschaft als Mitglied auch keine sonstigen
Zuwendungen aus Mitteln des Verbandes. Es darf keine Person durch
Verwaltungsausgaben, die den Zwecken des Verbandes fremd sind, oder durch
unverhältnismäßig hohe Vergütungen, begünstigt werden. Der Verband besitzt die
Gemeinnützigkeit.
Die
Vorstandschaft des Verbandes Gemeinnütziger Vogel- und Tierparks 1971 e. V.
setzt sich wie folgt zusammen:
Präsident / Pressewart: Michael Lautenschläger, aus Balzfeld
Vizepräsident / Fachberater / BNA-
Beauftragter: J. Manz aus Linkenheim
Protokollführer: M. Ritter aus
Schifferstadt
2. Protokollführer / 2. Schatzmeister: Wilhelm
Sturm aus Reilingen
Schatzmeister: K. Eisel
aus Schifferstadt
Verbandstierarzt: Dr. M. Vogelbacher
aus Forst
Jugendwart: W. Crocoll aus Neuthard
Kassenprüfer: Günter Huber aus Forst und Adolf Lindemann
aus Oberhausen
Beisitzer:
H.
Eise, aus Karlstadt
W.
Eise aus Karlstadt
E. Eßwein aus Neudorf
A. Brekl aus Untergrombach
Walter
Siegel aus Neudorf
Aktivitäten:
Der
VVT war und ist stets bemüht seinen Mitgliedsvereinen die neuesten
Informationen auf dem Gebiet der Vogel- und Tierhaltung, auch die inzwischen
einzuhaltenden gesetzlichen Bestimmungen in der Haltung und Zucht von Wildtieren
und Auflagen des Gesetzgebers zu übermitteln. Diese werden in der
Verbandszeitschrift "Die Brücke -Nachrichten aus und für Vogel- und
Tierparks", veröffentlicht und kostenlos den Mitgliedsvereinen zugestellt.
Aus Kostengründen ist dem VVT heute nur noch möglich 2 Ausgaben "Der
Brücke" jährlich erstellen und versenden.
Seit
1971 hat sich die Gesetzgebung für die Haltung von Wildtieren geändert. Das neu
gefasste Tierschutzgesetz (§ 11, Abs.: 2) schreibt vor, dass die Betreiber von
Zoos oder einer ähnlicher Einrichtung (Vogel- und Tierparks) einen
"Sachkundenachweis" besitzen müssen. Der
"Sachkundenachweis", noch eine freiwillig zu erbringende Leistung,
beinhaltet das Wissen über die Biologie der entsprechenden Tiere, Aufzucht,
Haltung, Fütterung und allgemeine Hygiene, das Erkennen von Krankheiten u. v.m. Die Bescheinigung des "Sachkundenachweises"
dient zur Vorlage bei den zuständigen Regierungspräsidien und Veterinärämtern,
um den Umgang in der Haltung der Tiere und das erarbeitete Wissen dokumentieren
zu können. Heute müssen sich die Vogel- und Tierparks mit den Richtlinien, wie
zum Beispiel den "Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von
Wildtieren, -Papageien, - Kleinvögeln, -Säugetieren, -Greifvögeln, -Reptilien,
und Zierfischen (Süßwasser) [Diese Gutachten sind kostenlos beim
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Referat
Tierschutz; Postfach, 53107 Bonn erhältlich.] auseinandersetzen und die
Erholungseinrichtungen der Gemeinden entsprechend anpassen, was wiederum mit
hohen Kosten von Umbau Maßnahmen verbunden ist.
Viele
Mitgliedsvereine des VVT hatten in ihren ortsansässigen Vereinen inzwischen
Jugendgruppen gegründet und diese in der "Bundesjugendgruppe für Natur-
und Umweltschutz 1974 e. V. (BVVT) zusammengeschlossen. Der BVVT führte auch für diese jungen
Mitglieder einige Fußballturniere durch. Heute nach 29 Jahren ist die
Bundesjugendgruppe im VVT aufgegangen, da 4 Jugendgruppen aktiv sind. Die
Mitgliedsvereine sollten heute ihre Aufmerksamkeit verstärkt der Jugend widmen
und die Jugendlichen zur Mitarbeit in den Vogel- und Tierparks anregen, denn
dies könnte eine Investition in die Zukunft sein, um den Erhalt der Vogel- und
Tierparks uns des Vereins zu sichern.
Der Tierunterbringungsdienst des Verbandes Gemeinnütziger
Vogel- und Tierparks wurde vor 20 Jahren eingerichtet. Er hat in dieser Zeit hunderten
Tieren (außer Hunden und Katzen), die in Not geraten waren, gerettet und in die
einzelnen Vogel- und Tierparks untergebracht. Heute dient er der Vermittlung gezüchteter
Tiere unter den Vogel- und Tierparks, um die Blutauffrischung der gehaltenen
Tiere zu erzielen. Manche gezüchtete Vögel aus den Vereinen des VVT, wie z. B.
Schleiereulen und Waldkäuze, werden an den Verband Deutscher Waldvogelpfleger
und Vogelschützer (VDW) abgegeben, um das VDW- Auswilderungsprogramm zu unterstützen,
in die freie Natur zu entlassen, um den Artenbestand in Deutschland anzuheben.
Eine besondere Leitung ist einem Verein in Linkenheim (Verein für Natur- und
Vogelfreunden) geglückt. Er besitzt eine große Storchen Population, die ca. 30
junge Weißstörche im Jahr nachzüchtet und in die Natur entlässt. Einige davon
sollen in der Camargue gesichtet worden sein.
Durch
die Zusammenarbeit der einzelnen Vogel- und Tierparks zu einem Verband wurde
die Zusammenarbeit unter denselben gefördert, auch die gegenseitige Hilfe
untereinander wurde dadurch ermöglicht. Der Austausch von Erfahrungen beim Bau
von Volieren (heute vom zuständigen Veterinäramt zu genehmigen, nach den schon
erwähnten Gutachten) und Gehegen, bei der Zucht und Pflege der einzelnen Tiergruppen,
hat sich für alle Mitgliedsvereine des VVT positiv ausgewirkt. Auch die
Unterstützung bei der Abhaltung von Jubiläumsfeiern und zum Teil durch die
Gemeinden, welche die Wichtigkeit der Erholungszentren für die Bevölkerung
erkannt haben, hat den einzelnen Vereinen gut geholfen.
Um
die neuesten Erkenntnisse, Erfahrungen im Halten von Tieren und die neuen EU-
Richtlinien aus erster Hand zu erhalten, hat sich der VVT in 1992 entschlossen,
dem Bundesverband für fachgerechten Natur und Artenschutz (BNA, Sitz in Hambrücken), welcher Bundesweit arbeitet, beizutreten,
mitzuarbeiten und hier die Interessen der Vogel- und Tierparks zu vertreten.
Der
Verband wird auch in den nächsten Jahren weiterhin für das Wohl der einzelnen
Vogel- und Tierparks arbeiten und sie in ihren Vorhaben unterstützen.
Michael
Lautenschläger
Präsident
VVT
Balzfeld,
den 1.5.2003